Carinas Weltreise: 14 AirBnB Tipps für Gäste

Während meiner zwei Monate in den USA habe ich bis auf wenige Ausnahmen (zweimal Las Vegas, Hostel in Ocean Beach und einmal San Francisco) in über 15 AirBnBs übernachtet. Über die Plattform kann man auf der ganzen Welt Unterkünfte bei Privatpersonen buchen (Früher sagten wir „Ferienwohnung“ dazu). Dabei hat man drei Optionen:

 

  • Die komplette Wohnung, Haus oder Villa mieten
  • ein Privatzimmer, mit oder ohne Bad
  • ein Bett in einem Mehrbettzimmer

 

Die Preise schwanken von Ort zu Ort natürlich sehr stark, aber generell sind gesamte Unterkünfte teurer, als Privatzimmer. Deshalb habe ich in den USA überwiegend Privatzimmer gebucht und mir in New Orleans, Dolan Springs und San Diego ein ganzes Apartment gegönnt.

Hotels waren vergleichsweise etwa 25-50% teurer! (Meine USA Reisekosten)

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

Wie ihr euch vorstellen könnt, gleicht kein AirBnB dem anderen. Manche Gastgeber habe ich nicht einmal persönlich kennengelernt, mit anderen war ich ständig im Kontakt und plauschte in der Küche.

Da ich vor allem das „echte“ Amerika kennenlernen wollte, war AirBnB für mich die perfekte Lösung, um die Kultur besser zu verstehen. Wo gelingt das besser, als bei normalen Menschen mit einem Blick in den Kühlschrank?!

 

Natürlich verstehe ich auch das Risiko und Skepsis:

Als alleinreisende Frau bei wildfremden im Haus übernachten?! Aber glaubt mir, bis auf wenige Ausnahmen hatte ich großes Glück mit meinen Unterkünften. Meine Sicherheit war nie bedroht und die wenigen negativen Erfahrungen bezogen sich vor allem auf die Sauberkeit.

 

Vor meiner Weltreise habe ich AirBnB auch gerne für kurze Städtereisen (Prag, Amsterdam, Barcelona) gebucht. So habe ich das Gefühl, in einer neuen Stadt zu leben und nicht nur Gast zu sein! Außerdem haben die Gastgeber oft tolle Tipps für Ausflüge und Restaurants und stehen immer als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

Das sind meine Tipps AirBnB Tipps für Gäste:

 

AirBnB Tipps für Gäste: Bewertungen aufmerksam lesen

Der wichtigste Tipp: Lest euch die Bewertungen aufmerksam durch! Beachtet dabei, dass die Bewertungen eine Art „Zeugnissprache“ haben. Als ich mich negativ über das Schmuddelloch in Punta Cana geäußert hatte, hat mir der Gastgeber sofort angedroht, mich bei AirBnB zu melden. Um sich dieses Drama zu sparen, schreiben die meisten Gäste nur Positives in ihre Bewertungen.

  • Wenn deshalb etwas negativ erwähnt wird, dann lasst die Finger von der Wohnung!
  • Auch ausschließlich kurze Bewertungen ohne Ausführung sind ein rotes Tuch.
  • Wenn nur die Freundlichkeit des Gastgebers gelobt wird, aber nichts über die Unterkunft selbst erwähnt wird – Achtung! (Beispiel AirBnB Hollywood: Die Bewertungen waren durchweg positiv und lobten die Gastgeber in den Himmel. Ja, die waren auch sehr freundlich, aber die Unterkunft selbst war ein schmuddeliges Loch!)

 

 

AirBnB Tipps für Gäste: Ganze Ausschreibung lesen

Lest euch die Beschreibung der Unterkunft ganz genau durch:

  • Gibt es Tiere in der Wohnung? (In den USA zu 90 % JA!)
  • Ist Wifi im Zimmer vorhanden oder nur in Gemeinschaftsbereichen?
  • Darf man die Küche mitbenutzen?
  • Welche Regeln gibt es? (In San Francisco hatte ich ein AirBnB mit 3 Seiten Hausregeln gesehen, wo festgelegt wurde, wie man seine Schuhe abzulegen hat)
  • Achtet ganz genau auf den Wortlaut: „Developing area“ kann in den USA heißen, dass das Viertel unsicher ist

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

AirBnB Tipps für Gäste: No Gos

  • Von Ausschreibungen mit wenig Fotos und neuen Anzeigen ohne Bewertungen ließ ich grundsätzlich die Finger.
  • Oder wenn ein Gastgeber nicht innerhalb von 10 Stunden auf meine Anfrage antwortete!
  • Alles unter 5/5 Sternen, besonders bei Sauberkeit!

 

AirBnB Tipps für Gäste: Präsentiere dich!

Die meisten AirBnB Buchungen müssen erst von Gastgeber bestätigt werden, damit sie final sind. Manche Gastgeber werden sich daher zuerst euer Profil ansehen. Ich habe dort ein Foto eingestellt und ein paar Worte über mich geschrieben.

 

AirBnB Tipps für Gäste: Servus

Bei der Buchung werdet ihr aufgefordert, ein paar Worte an den Gastgeber zu schicken. Ich habe meistens 2-3 Sätze verfasst, wer ich bin, was ich mache und dass ich mich auf die Übernachtung freue!

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

AirBnB Tipps für Gäste: Check in

Eine 24 Stunden Rezeption werdet ihr bei wenigen AirBnBs vorfinden. Deshalb kommuniziere ich immer meine ungefähre Ankunftszeit mit dem Gastgeber. Der Check in Prozess war fast immer unterschiedlich: Schlüssel in einer kleinen Box am Eingang, persönliche Begrüßung durch den Gastgeber, oder Eingangstür mit Zahlencode.

 

AirBnB Tipps für Gäste: Küchen Nutzung

Frühstück und Abendessen habe ich mir in den USA meistens selbst gekocht. Dafür habe ich darauf geachtet, dass ich die Küche in meiner Unterkunft mitbenutzen konnte. Vor Ort habe ich mich beim Gastgeber nochmal versichert, dass ich die Küche nutzen darf.

Pro Tipp Abwaschen: Wascht euer Geschirr nach der Benutzung immer per Hand, trocknet es ab und verstaut es an Ort und Stelle! So seid ihr auf der sicheren Seite. Viele amerikanische Haushalte haben zwar einen Geschirrspüler, nutzen ihn aber nicht.

 

AirBnB Tipps für Gäste: versteckte Gebühren

Der Preis pro Nacht in der Übersicht ist nicht der Preis, den ihr endgültig bezahlen werdet. Je nach Datum kann eine Unterkunft mehr kosten (krassestes Beispiel: in Carmel 100 € regulär pro Nacht, zur US Open Zeit 450 €). Dazu kommen noch Servicegebühr für AirBnB, Reinigungsgebühr und Unterkunftssteuer.

Pro Tipp Stornobedingungen: Lest euch das Feingedruckte durch, wenn die Möglichkeit besteht, dass ihr eure Buchung ändern müsst. Die Servicegebühr für AirBnB wird nämlich nicht erstattet! Das Problem hatte ich zweimal, da ich mich kurzfristig für andere AirBnBs entschied.

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

AirBnB Tipps für Gäste: Badezimmer

Wenn ihr euch ein Bad mit eurem Gastgeber teilt, fragt wann ihr es benutzen dürft.

 

AirBnB Tipps für Gäste: Bei Problemen melden

Wenn euch etwas fehlt oder ihr Probleme habt, kommuniziert diese an den Gastgeber. So gebt ihr ihm die Chance, diese zu lösen! Einige Beispiele:

  • Ich hatte kaum Wifi Empfang in San José. Mein Gastgeber hat sich daraufhin mit dem Internetanbieter in Verbindung gesetzt und den Router näher an mein Zimmer gestellt.
  • In meiner Hütte in der Wüste fiel vor lauter Enthusiasmus die Vorhangstange im Schlafzimmer runter. Der Gastgeber kam vorbei und nagelte sie wieder fest.
  • In Punta Cana ließ sich die Balkontür nicht schließen. Mein Gastgeber schaute sich das Ganze zwar an, unternahm aber nichts. (Ich sage ja, die Unterkunft war ein Horror! Zum Glück aber die absolute Ausnahme!)

 

AirBnB Tipps für Gäste: Gastgeber

Die Gastgeber sind so unterschiedlich, wie ihre Wohnungen. In der Beschreibung unter „Kommunikation“ könnt ihr einen Eindruck gewinnen, ob euch der Gastgeber Privatsphäre lässt, oder ob er auch etwas mit euch unternehmen möchte.

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

AirBnB Tipps für Gäste: Trinkgeld

Es ist nicht üblich, in AirBnBs Trinkgeld zu hinterlassen (was ich in Tipping Country USA sehr überraschend fand!). Deshalb habe ich meinen Gastgebern lieber einen kleinen Zettel mit persönlicher Nachricht geschrieben!

 

AirBnB Tipps für Gäste: Gutes Benehmen

Anders als bei Hotels erhält man bei AirBnB auch als Gast eine Bewertung. Es sollte als Gast eigentlich selbstverständlich sein, sich anständig aufzuführen. Am besten geht ihr mit eurer Unterkunft um, als wäre sie euer Zuhause. Kein Rauchen, kein Beschädigen der Einrichtung

 

AirBnB Tipps für Gäste: Der Totalausfall

Selbst wenn ihr an einen Totalausfall geratet (Der Gastgeber ist nicht in der Lage, dem Gast auf zumutbare Weise Zugang zur Unterkunft zu gewähren, die Unterkunft ist falsch dargestellt, die Unterkunft ist allgemein nicht sauber oder sicher, oder in der Unterkunft gibt es ein Haustier, das vor der Buchung nicht angegeben wurde), seid ihr durch AirBnB abgesichert. Macht Fotos von der Wohnung und kontaktiert innerhalb der ersten 24h den Kundenservice!

 

AirBnB Tipps für Gäste

 

Ich fand es unglaublich spannend und aufschlussreich, in AirBnBs bei Privatpersonen zu übernachten. So konnte ich mich viel besser in das Land einfühlen und die Menschen (und ihre Kühlschränke) besser verstehen! Ich hoffe, ich konnte euch durch meine Tipps dazu motivieren, AirBnB auszuprobieren!

 

Die besten AirBnBs meiner USA Reise

 

Was sind eure AirBnB Tipps für Gäste?

Welche Erfahrungen habt ihr mit AirBnB Übernachtungen gemacht?

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9 Comments

  • Ich hatte ähnlich wie du eine Horror-AirBnB-Erfahrung in Mexiko und war wirklich menschlich enttäuscht von der Gastgeberin, die so gar nicht mit sich reden lassen wollte. Erst als ich mit einer negativen Bewertung (u.a. stand nach Regen die komplette Wohnung und somit unsere Koffer am Abreisetag unter Wasser) drohte und ihr mitteilte, dass ich schon Bilder für AirBnB gemacht habe, sah sie dann doch ein, dass das alles so nicht gehen kann und erstattete uns den Großteil der Kosten. Somit achte ich jetzt auch immer darauf, dass es schon einige Bewertungen gibt und auch, wie diese geschrieben sind (nicht nur viele Sterne, sondern eben auch viele Worte, statt nur 1-2 Sätze, die sich um den netten Gastgeber drehen).
    Toi, toi, toi, dass uns sowas in Zukunft erspart bleibt, im Moment wohne ich lieber als Haus/Tiersitter während meiner Reisen :)

  • Klar hast du deine tollen Tipps sehr aufgeschlüsselt dargestellt… dennoch habe ich mal wegen Berlin geschaut und es war einfach zu viel für mich.
    Zu viel Optionen, zu viel versteckte Kosten (Zimmer wurde mit 9 Euro angepriesen und hätte dann doch an die 20 pro Nacht gekostet dank Nebenkosten – vor allem Reinigungspauschale: mit welchen teuren Wundermitteln putzen die denn bitte?)
    Dann das Nachfragen ob ich wirklich die Küche benutzen darf. Hallo? Wenns drin steht, soll es kein Thema mehr sein. Wegen Ruhezeiten und Duschzeiten würde ich höchstens noch fragen.
    Nee, im Urlaub bin ich vielleicht zu egoistisch für sowas…
    Und die Top-Anbieter kosten dann fast mehr wie ein Jugendhostel.
    Aber klar, der persönliche Kontakt usw ist das sicher wert – wenn ich eine gute Phase hätte ;)

    Mit Mietexplosion… mah, da kommt doch so viel zusammen, wo man dran schrauben müsste… es ist nicht nur eine Sache allein schuld.

    • Es kommt immer auf den Urlaub an. Wenn ich mit meinen Eltern eine Städtereise mache, bietet sich eine Wohnung über AirBnB an, da wir sonst zwei Hotelzimmer zahlen müssten. Aber wenn ich alleine eine kurze Städtereise mache, gehe ich auch lieber ins Hotel. Für die USA war es aber unabdingbar, sonst wäre mein Reisebudget komplett aufgebraucht!

  • Danke für den sehr informativen Post – da waren ein paar richtig gute Tipps dabei, an die ich selbst bei einer Air bnb Buchung nie gedacht hätte. Und es fällt mir immer schwer, eine Wohnung auszusuchen, deine Tipps zur Interpretation der Bewertungen wird mir da in Zukunft eine große Hilfe sein :)

  • Das große Problem mit Air BnBs ist, dass sie zur Gentrifizierung der Städte beitragen. Dadurch, dass es für die Inhaber oder Mieter lukrativer geworden ist, ihre Wohnungen über Air BnB zur Kurzzeitmiete zur Verfügung zu stellen als an echte Langzeitmieter, gibt es in manchen Städten (vor allem auch in den USA), kaum noch bezahlbaren Wohnraum für die eigentlichen Einwohner.

    Was in ländlichen Gegenden sicherlich nicht so das Thema ist, aber in Städten eine wirklich negative Entwicklung, z.B. ja auch in München.

    Indem man Air BnBs unterstützt, unterstützt man somit ziemlich direkt die Vernichtung bezahlbaren Wohnraums.
    Ich hoffe, du denkst vielleicht bei deiner nächsten Buchung drüber nach.

    • Ich muss Marina da zustimmen, ich finde, dass ist ein ganz wichtiger Punkt, der vielen vielleicht auch gar nicht bewusst ist (war es mir früher ja auch nicht, bis ich gesehen habe, wie Air BnB auch hier um sich greift). Es führt auch auf dem Land schon zu Problemen. Ich wohne in einen etwas größeren Dorf in Oberbayern, Ferienregion, im Dunstkreis von München. Es ist erschreckend, zu sehen, wie viele Wohnungen, die früher regulär vermietet wurden jetzt bei Air BnB zu finden sind. Selbst wenn die Wohnungen die halbe Zeit leer stehen sollten kann man damit anscheinend noch mehr Geld machen als mit regulärer Vermietung. Die Bevölkerung sind die Leidtragenden. Der Wohnungsmarkt ist absolut kaputt. Wenn ich reise kann ich es mir leisten, auf ein günstiges Hotel/Hostel auszuweichen. Wenn ich allerdings eine Wohnung, ein Zuhause brauche ist das keine Option.

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