Carinas Weltreise: Der fünfte Monat

Die wertvollste Lektion, die ich diesen Monat in Vietnam gelernt habe: go with the flow – lass dich treiben!

Wenn ich an meine ersten Monate auf Weltreise zurückdenke, wird mir bewusst, wie verkrampft ich war. Getrieben von selbstauferlegten Zwängen, dem ständigen Gefühl nicht gut genug zu sein und nicht genug zu erleben. Mein Naturell war schon immer sehr geordnet, pünktlich und strukturiert. Das konnte ich in Vietnam völlig vergessen. Entweder, du passt dich dem Treiben an, oder das Land spuckt dich wieder aus.

 

 

Als deutsche Fußgängerin bestehe ich Zuhause zu 110 % auf meinRecht im Verkehr. Ein Zebrastreifen? Hoch und heilig! Ich könnte in München blind darüber laufen und es würde mir nichts passieren. Hier in Vietnam?! Vergiss es! Vorfahrt haben zu allererst Autos. Dann Roller. Dann Roller mit Anhängern. Fahrräder. Rikschas… und ganz zum Schluss dürfen sich auch Fußgänger über die Straße wagen.

 

Nutzt es mir etwas, wenn ich auf mein „Recht“ als Fußgänger bestehe?! NOPE!

 

 

In Vietnam habe ich mich zum ersten Mal während meiner Weltreise treiben lassen. Einerseits buchstäblich in den Straßen Hanois, in denen ich einfach Menschen nachgelaufen bin, weil ich mich nicht getraut habe, die Straße zu überqueren. Andererseits habe ich versucht, mir Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe, nicht zu herzen zu nehmen.

 

 

Zu akzeptieren. Mir nicht von einer Konfrontation oder einem Missgeschick den ganzen Tag versauen zu lassen. So schwer mir das noch in der Dominikanischen Republik und den USA fiel – in Vietnam löste sich ganz langsam mein Knoten im Magen.

Klar wird es in den nächsten 6 Monaten Tage geben, an denen ich mir die Haare raufen und auf den Boden stampfen werde. Aber Vietnam hat mich gelehrt, dass es so viel friedlicher sein kann, wenn man sich dem Fluss hingibt und mit dem Strom schwimmt.

 

Baustellenromantik!

 

Wie geht es weiter?

Meine letzten 4 Tage in Vietnam verbringe ich im Bergdorf Da Lat. Ich erhoffe mir etwas kühlere Temperaturen, Berge und ein Heimatgefühl. Die ersten beiden Nächte habe ich mich in ein Hostel (mit Privatzimmer) eingebucht, da ich mich die letzten Tage etwas einsam fühlte. Zum phänomenalen Abschluss gönne ich mir allerdings zwei Nächte in einem Resort am Bergsee im Pinienwald!

 

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2 Comments

  • Hallo Carina,

    es freut mich für dich, dass du nicht mehr so verkrampft bist :) Asien hat auf mich eine ähnliche Wirkung. Ich weiss aber gar nicht warum… vielleicht sind es die Menschen, die sich einfach in das „hier und jetzt“ einfügen als müsste es so sein.

    Liebe Grüsse
    Valerie

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